Angekommen in Córdoba (aber nicht Capital!)

Nach den 2 Monaten in Corrientes bin ich nun in Córdoba angekommen. Nach 10 Stunden Busfahrt mit Mathilde hat mich Florian, mein neuer Gastvater, aus Córdoba Capital abgeholt und zusammen sind wir dann ca. 1 Stunde bis zum Haus der Familie gefahren. Die Familie Franke wohnt in einem Häuschen mitten im campo! Sie leben "en el medio de la nada", wie man hier sagt (mitten im Nirgendwo). Bis zu den nächsten Dörfern Villa General Belgrano und Santa Rosa de Calamuchita fährt so ca. ne halbe Stunde. 15 km davon sind Sandweg mit ca. 4 Häusern, die man auf der Fahrt sieht. Florians Mutter kommt aus Lüneburg und ist als sie ungefähr 25 war nach Argentinien ausgewandert. Trotzem Florian in Bariloche in Argentinien geboren ist und die Hälfte seines Lebens in Argentinien gelebt hat, spricht er perfekt deutsch, weil seine Eltern eben Deutsche sind und auch weil er einige Zeit in Deutschland gelebt hat. Die Mutter der Familie heißt Gretel und hat Vorvorfahren aus Dänemark, deswegen der Name. Die kleine 2-jährige Tochter Maylin versteht besser deutsch als spanisch, weil mit ihr zu Hause hauptsächlich deutsch gesprochen wird. Gretel kann nur sehr sehr wenig deutsch, und deswegen bin ich hier! Ich bringe ihr Deutsch bei, was sehr schwierig ist, weil sie fast die ganze Zeit mit Maylin beschäftigt ist. Nebenbei können wir den Unterricht auch nicht machen, weil Maylin ihn dann aus Eifersucht sabotiert ^^

Villa General Belgrano, bekannt als ehemalige Deutschkolonie, erinnert meiner Meinung nach ein wenig an einen Freizeitpark. Alles ist sehr touristisch, wegen der schönen Berglandschaft, die es hier gibt. Jedes Geschäft, Café und sonst was hat ein Holzschild draußen hängen. Die Namen sind meistens Deutsch. Im Moment sitze ich z.B. im Café Rissen. Es gibt ein Hotel Edelweiss, eigentlich hat jedes Gebäude hier einen deutschen Namen. Leute, die wirklich deutsch sprechen gibt es allerdings weniger. Gretel arbeitet an zwei Tagen in der Woche in einem Rentnerzentrum in Villa General Belgrano. Gleich am zweiten Tag waren wir auf einem asado, der von diesem Zentrum aus organisiert wurde. Unter den alten Leuten gibt es ein paar, die "Belgranodeutsch" sprechen. So nennen sie das Deutsch hier, weil richtiges Deutsch eigentlich so gut wie keiner mehr sprechen kann.

Die letzten Tage habe ich meistens zu Hause, mit Gretel und Maylin verbracht. Die Suche nach Spanischunterricht war mehr oder weniger erfolgreich. Reguläre Spanischlurse gibt es nicht. Man muss also über Kontakte nach ehemaligen Lengua-Lehrern suchen. Die Lehrerin, die wir jetzt ausfindig machen konnten, ist ehemalige Intendentin von Santa Rosa de Calamuchita (das ist sowas wie Bürgermeisterin). Weil sie jedoch immer noch politisch aktiv ist hat sie erst in der nächsten Woche Zeit um mit dem Unterricht zu beginnen. Das Sportangebot ist auch beschränkt, es gibt natürlich die gymnasios, wie in jedem Ort hier, die zum Sommeranfang immer etwas voller werden. Was Mannschaftssportarten angeht, gibt es wohl eine Frauenfußballmannschaft, die allerdings eher ein soziales Projekt ist, um benachteiligte Jugendliche zu integrieren. Gestern war ich zum ersten Mal beim Hockey und habe gleich erstmal den Hockeyball (kp wie man den nennt) gegen den Knöchel bekommen. Der ist jetzt blau und angeschwollen aber gehen kann ich noch^^. Außerdem habe ich höllischen Muskelkater!^^ Was ich dort leider auch noch erfahren habe ist, dass sie gerade am Ende der Saison sind und deswegen nur noch in der nächsten Woche Training haben. D.h., dass diese Beschäftigung also auch noch ins Wasser fällt. Die Male, in denen ich in Santa Rosa oder Villa General war, habe ich meistens die Gelegenheit genutzt um ins Internet zu gehen oder war unter anderem auch damit beschäftigt, eine Beschäftigung für die nächsten beiden Monate zu suchen. Bis jetzt hat sich noch nich all zu viel ergeben, weil alle Kurse über Fotografie, Malerei, usw. schon aufgehört haben oder gerade aufhören, weil wir am Ende des Jahres sind und hier in den drei Sommermonaten Dezember, Januar und Februar eigentlich nichts los ist außer Strand (sofern vorhanden) und fiesta und siesta. Heute war ich in der deutschen Schule, die es hier gibt, um herauszufinden, ob sie vllt an irgendwelchen Beiträgen meinerseits interessiert sind. Natürlich, wie so oft, war die zuständige Person zur Zeit nicht da. Naja, immerhin habe ich jetzt eine Telefonnummer.

Am Wochenende haben wir einen Ausflug gemacht, damit ich die Gegend hier ein wenig kennenlerne. Von der Landschaft her ist es Deutschland sehr ähnlich! Wegen der Trockenheit, die hier zurzeit herrscht (größte Trockenheit seit 40 Jahren), sieht alles sehr vertrocknet aus und es gibt auch viele Berge, die einmfach nur schwarz sind, weil es in der letzten Zeit einige Brände gegeben hat. Vorgestern hat es zum ersten Mal seit 8 Monaten geregnet! Zwar nur für 2 Stunden, aber immerhin.

19.11.09 15:09

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